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29. September 2005, 15h 41
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Seit Anfang April stehen in Österreich eine Menge gelbweißer Schilder mit der Aufschrift „Wir sind so frei“ an den Ackerrändern.. „Frei“ sind die Felder, und zwar von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen. Mit der Aktion wollen die österreichischen Bauern ihren freiwilligen Verzicht auf den GVO-Anbau ausdrücken.
Österreichweite Initiative von BIO AUSTRIA
Die Idee, mit der Beschilderung der Felder ein auch nach außen hin sichtbares Zeichen gegen Anbau und Aussaat von gentechnisch manipuliertem Saatgut zu setzen, kam von den oberösterreichischen Biobauern. Die Aktion wurde vom Land Oberösterreich und der Landwirtschaftskammer in voller Breite mitgetragen. Nun dehnte die Biobauern-Organisation BIO AUSTRIA die Initiative auf ganz Österreich aus.
Alle österreichischen Bauern, egal ob bio oder konventionell, können eine freiwillige Verzichterklärung unterschreiben. Darin erklären sie, dass sie auf den zu ihrem Betrieb gehörenden Grundstücken auf Aussaat und Anpflanzung von gentechnisch veränderten Organismen verzichten. Wer sich an dieser Aktion beteiligt, erhält eine Tafel mit der Aufschrift "Wir sind so frei! ...und wachsen ohne Gentechnik", die gut sichtbar am Rande eines Feldes aufgestellt werden soll. Die Verzichtserklärung kann auf der Website www.wir-sind-so-frei.at angefordert werden.
Studien zur GVO-Auskreuzung
Diese Initiative ist Teil einer Offensive, mit der die Gentechnikfreiheit in Österreich gesichert werden soll. Im Frühherbst wird vorausichtlich der Europäische Gerichtshof über das oberösterreichische Gentechnik-Verbotsgesetz entscheiden, welches Anfang September 2003 von der EU-Kommission abgelehnt worden war. Im Vorfeld dieser auch international mit Spannung erwarteten Entscheidung hat der Risikoforscher Werner Müller im Auftrag des Landes Oberösterreich international vorliegende Studien über die Auskreuzung von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen untersucht. Das Ergebnisse: Für Mais werden Isolationsabstände von 1,6 km empfohlen, bei Raps ist die Koexistenz in Österreich überhaupt nicht machbar.(ne)
Link:
>> www.wir-sind-so-frei.at
Studien zur Auskreuzung von GV-Nutzpflanzen
>> Brauner R, Moch K, Holger C (2004) Aufbereitung des Wissensstandes über Auskreuzungsdistanzen. Studie des deutschen Oekoinstituts e.V. im Auftrag des Bundesamtes f. Naturschutz Berlin (pdf-Datei, 365 KB)
>> Studie der AGES zu GVO und Koexistenz: Zusammenfassung (pdf-Datei, 242 KB)
>> Müller W (2003) Concepts for Coexistence. Federal Ministry for Health and Women September 2003 (pdf-Datei, 1,37 MB)
>> Ramsay G, Thompson C, Squire G (2003) Quantifying landscape-scale gene flow in oilseed rape. DEFRA (UK) Project Report RG0216 (pdf-Datei, 579 KB)
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