genfood | Aktuell >> Berichte

Gentechnikfreiheit bei Futtermitteln machbar, aber kostspielig

5. Dezember 2005, 11h 23

Derzeit werden in Österreich in der konventionellen Tierfütterung rund 600.000 Tonnen Sojaextraktionsschrot (SES) eingesetzt. 90 Prozent davon sind als genveränderte Organismen (GVO) deklariert. Die AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) untersuchte in Zusammenarbeit mit Dr. Siegfried Pöchtrager von der Universität für Bodenkultur Wien die Möglichkeiten einer Umstellung auf"gentechnikfreie Futtermittel in der konventionellen Landwirtschaft. Der Endbericht liegt seit 23. November vor.

Umstellung bei Rindern problemlos, bei Geflügel und Schweinen problematisch
Die Studienautoren stellen fest, dass in der Milchproduktion und bei der Rindermast eine Umstellung auf gentechnikfreie Futtermittel sowohl unter Berücksichtigung der EU-Regelungen zur GVO-Kennzeichnung als auch nach dem strengeren österreichischem Lebensmittelcodex ohne größere Probleme möglich ist.

Problematischer wird es laut Studie bei der Schweine- und Geflügelhaltung, da viele der notwendigen Futterzusatzstoffe wie Vitamine (B2, B12) oder Aminosäuren (zB. Lysin oder Tryptophan) nahezu ausschließlich mittels gentechnisch veränderter Mikroorganismen hergestellt werden. Der österreichische Lebensmittelcodex fordert für die Auslobung „gentechnikfrei“ aber auch die GVO-Freiheit bei der Erzeugung der verwendeten Zusatzstoffe.

Mehrkosten bei Gentechnikfreiheit
In der Studie wird betont, dass eine Umstellung auf jedem Fall mit Mehrkosten verbunden wäre. Die Kostensteigerung geht laut den Wissenschaftern vor allem auf erhöhte Rohstoffkosten zurück. Weiters schlagen sich der erhöhte logistische Aufwand wegen der unumgänglichen Trennung der Produktionsprozesse, Kontroll- und Untersuchungskosten sowie Umstellungskosten zu Buche. Die Mehrkosten variieren dabei je nach Produktionszweig: Je höher der Eiweissbedarf bei der Fütterung ist, desto höher ist die zusätzliche finanzielle Mehrbelastung. Die Mehrkosten sind daher bei Rindern am geringsten, bei Puten am höchsten.

Downloads:
>> Kurzfassung der Studie(pdf-Datei, 925 kB)

>> Gesamte Studie (pdf-Datei, 2,3 MB)

Berichte

<- zurück