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5. Dezember 2005, 11h 23
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Australische Wissenschafter brachen ein mehrjähriges Projekt mit transgenen Erbsen ab, weil die gentechnisch veränderten Erbsen allergische Reaktionen – darunter auch Lungenschäden – bei Mäusen hervorriefen. Schuld an der Immunreaktion ist wahrscheinlich ein Protein, das trotz gleicher genetischer Basis bei der Gen-Ursprungspflanze Bohne und beim Zielorganismus Erbse in unterschiedlichen Formen auftritt.
Die Wissenschafter vom staatlichen australischen Forschungsinstitut CSIRO hatten den Erbsen ein Gen aus der Bohne eingepflanzt. Das Bohnengen codiert für das Protein Alpha-Amylase-Inhibitor 1, welches das Enzym Alpha-Amylase blockiert. Dieses Enzym wird vom Gemeinen Erbsenkäfer (Bruchus pisorum) für die Stärkeverdauung verwendet.
Bohnen sind somit gegen diesen Schädling resistent, weil dessen Larven die in den Pflanzen enthaltene Stärke nicht verdauen können und verhungern. Das Forscherteam erhoffte sich vom Gentransfer eine Übertragung der Resistenz auf die Erbse. Der Gemeine Erbsenkäfer ist ein ernstzunehmender Erbsenschädling in Australien und vielen Entwicklungsländern. Er kann nach Angaben der CSIRO-Forscher Ernteausfälle bis zu 30 Prozent verursachen.
Der Gentransfer brachte vorerst auch den gewünschten Erfolg: Die Gentech-Erbsen waren beinahe vollständig resistent gegen den Erbsenkäfer. Weitere Tests ergaben jedoch, dass Mäuse, denen man die transgenen Erbsen verfütterte, Antikörper gegen das neue Protein bildeten. Bei Folgeuntersuchungen wurde die Mäuse dem gereinigten Erbsen-Protein ausgesetzt, teilweise durch Injektionen, aber auch durch Einbringen in die Atemwege. Die Mäuse reagierten mit Überempfindlichkeit der Haut und Entzündungen der Atemwege bis hin zu Lungenschäden. Es wurden jedoch keine allergische Reaktionen beobachtet, wenn das applizierte Protein aus Bohnen extrahiert wurde.
Die Forscher fanden außerdem geringfügige Unterschiede in der Molekülstruktur des Proteins, je nachdem ob von der Erbse oder von der Bohne stammte. Offensichtlich bilden die Pflanzen das Protein auf verschiedene Weise, vor allem bei der Glykolisierung. Dabei werden an das nach der Gen-Vorlage produzierte Protein bestimmte Zuckermoleküle angehängt. Dieser Prozess verläuft anscheinend in Erbse und Bohne unterschiedlich.
Diese unvorgesehene Bildung von allergenen Proteinen bei transgenen Erbsen unterstreicht die Notwendigkeit einer umfassenden Sicherheitsbewertung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln.(ne)
Download:
>> Abstract der Studie im Journal of Agricultural and Food Chemistry (pdf-Datei, 126 KB)
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