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Gen-Lachs wächst viermal so schnell

4. März 2002, 13h 19

Gentechnisch veränderte Fische könnten die ersten transgenen Tiere sein, die auf unseren Tellern landen. Firmen in den USA und Kanada haben „Gen-Lachse“ bereits zur Marktreife gebracht, es fehlt nur mehr die Zulassung der Behörden. Das Europäische Patentamt in München hat im September 2001 erstmals ein Patent auf gentechnisch hergestellte Fische erteilt: Patentnummer EP 0578653B1 gibt der kanadischen Firma Seabright Patentschutz für eine Lachs- und drei andere Fischarten.Der Gen-Lachs wurde mit Zusatzgenen zur Überproduktion von Wachstumshormonen ausgestattet, er wächst daher vier- bis sechsmal schneller als seine natürlichen Artgenossen.
Kritiker befürchten, dass die Genlachse ihren Zuchten entkommen und das ökologische Gleichgewicht einer Region empfindlich stören könnten. Wegen ihres beschleunigten Wachstums müssen die Gen-Lachse mehr fressen als ihre natürlichen Artgenossen. Ausserdem besteht die Gefahr, dass die Fremdgene in Wildpopulationen entkommen. Die gentechnisch veränderten Fische sind den Wildfischen noch extrem ähnlich. Sie können in der Regel in der freien Natur überleben und sich fortpflanzen. Wissenschaftler in den USA fanden in Versuchen mit genmanipulierten Fischen heraus, dass schon wenige Exemplare der genmanipulierten Fische ausreichen könnten, um einen großen Bestand freilebender Artverwandter auszurotten. Sie entdeckten den sogenannten „Trojanischen Gen-Effekt“: Falls ein Gen einerseits die Fortpflanzungsfähigkeit eines Fisches erhöht, andererseits aber seine Überlebensfähigkeit beeinträchtigt, kann der Bestand aussterben. Die Computersimulationen der Wissenschaftler ergaben, dass das entsprechende Gen sich zunächst schnell verbreitet, dann aber aufgrund der beeinträchtigten Lebensfähigkeit zum Aussterben des Bestandes führt.

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