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12. Mai 2004, 21h 59
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Transgene Pflanzen sollen schon bald industrielle Rohstoffe liefern. Unter dem Stichwort "Pflanzen als Bioreaktoren" entwickelte sich in den letzten zehn Jahren dieses Forschungsgebiet rasant.
Dabei werden zum einen die natürlichen Stoffwechselwege derart manipuliert, dass ein bestimmter Rohstoff in höherer Konzentration oder in einem für die industrielle Nutzung günstigeren Mischungsverhältnis mit anderen Inhaltsstoffen vorliegt. Die industrielle Weiterverarbeitung soll so schneller vonstatten gehen. Ein Beispiel dafür ist die amylosefreie Kartoffel. Kartoffeln enthalten als Speicherstoff Stärke, welche zu etwa einem Drittel aus der schwer löslichen Amylose und zu etwa zwei Dritteln aus dem leicht löslichen Amylopektin besteht. Stärke wird in der Papier-, Textil- und Bauindustrie als Bindemittel und Kleister verwendet und muss vorher von Amylose gereinigt werden. Zur Vereinfachung dieses Verfahrens wird vor allem in Europa gentechnische Forschung zur Veränderung des Stärkegehaltes und zur amylosefreien Kartoffel betrieben.
Zum anderen werden transgene Pflanzen zur Produktion pflanzenfremder Rohstoffe entworfen. Beispiel: Spinnenseide produzierende Pflanzen.
In beiden Bereichen gibt es allerdings noch eine Reihe offener Fragen und Risiken. Dies betrifft unter anderem die Auskreuzung von Genen an nahe verwandte Pflanzen, Nebenwirkungen von Eingriffen in pflanzliche Stoffwechselvorgänge und Effekte auf Pflanzenfresser oder pflanzenabbauende Bodenorganismen. (ne)
Ein „Gentechnik-Nachrichten Spezial“ des Öko-Instituts e.V. in Freiburg stellt einige Fälle der gentechnischen Veränderungen im Bereich der „Bioreaktoren“ dar:
>> Gentechnik- Nachrichten Spezial 8, Oktober 2001 (pdf-Datei)
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