genfood | Aktuell >> Berichte

Umweltschädliche Auswirkungen von Gentech-Baumwolle in China

18. Juni 2002, 11h 19

Der Einsatz gentechnisch veränderter Bt-Baumwolle in China hat einer neuen Studie zufolge bereits fünf Jahre nach Beginn des kommerziellen Anbaus umweltschädliche Auswirkungen. Eine von Greenpeace veröffentlichte Studie vierer staatlicher Institute in China zeigte die Entstehung von Resistenzen gegen Bt seitens des Baumwollkapselwurms (Helicoverpa armigera), einen der Hauptschädlinge für Baumwolle.

Bt-Baumwolle ist eine gentechnisch veränderte Baumwollsorte, die ein Gen des Bodenbacteriums Bacillus thuringiensis enthält. Dieses zusätzlich Gen veranlasst die Pflanze zur Produktion eines für bestimmte Schadinsekten giftigen Proteins und soll derart den Gebrauch von Pestiziden verringern. Laut der Studie ergaben Fütterungsexperimente im Labor, dass die Empfindlichkeit des Baumwollkapselwurms gegen Bt nach 17 Generationen auf etwa ein Drittel des ursprünglichen Wertes fiel. Die Resistenz des Schädlings gegen Bt erhöhte sich nach 40 Generationen um das 1000-fache. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse schließen die Autoren, dass die Bt-Baumwolle wahrscheinlich nach etwa 8 bis 10 Jahren durchgehenden Feld-Anbaus ihre Wirksamkeit gegen den Baumwollkapselwurm verlieren wird.

Der Einsatz der Bt-Baumwolle reduzierte laut den Studienautoren auch die natürlichen Feinde des Baumwollkapselwurms und führte zu einer Zunahme anderer Baumwollschädlinge. Aufgrund dieser Umstände müssen die Landwirte entgegen der Erwartungen weiterhin Pestizide einsetzen. Durch Änderungen in der Zusammensetzung der Insektengemeinschaften können diese ausserdem aus dem Gleichgewicht geraten, wodurch sich die Wahrscheinlichkeit für neue Schädlingsplagen erhöht.

Bt-Baumwolle wurde 1997 erstmals von Monsanto nach China eingeführt und als Wundermittel gegen die Baumwollschädlinge angepriesen. Mittlerweile wachsen etwa zwei Drittel aller Gentech-Baumwolle weltweit in China. Bt-Baumwolle wird in China auf 1,5 Millionen Hektar angepflanzt, das sind 35 Prozent der gesamten Baumwollanbaufläche. Vom Gentech-Konzern Monsanto stammen zwei Drittel dieser Bt-Baumwolle, ein Drittel sind lokal in China veränderte Sorten.

Links:
>> A SUMMARY OF RESEARCH ON THE ENVIROMENTAL IMPACT OF BT COTTON IN CHINA (pdf-Datei, 1,5 MB)

>> Zusammenfassung der Studie (pdf-Datei, 15 KB)

Hinweis:
Zum Öffnen von pdf-Dateien benötigen Sie den Acrobat Reader:
>> Gratis Download

Berichte

<- zurück