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Welthunger: Gentechnik hilft nicht

28. Januar 2003, 17h 14

Jeden Tag müssen weltweit mehr als 800 Millionen hungern, darunter etwa 300 Millionen Kinder. Schätzungsweise 24.000 Menschen sterben täglich an Hunger oder an den Folgen von Mangelernährung. Diese Zahlen nannte der UN-Generalsekretär Kofi Annan beim letzten Welternährungsgipfel, der vom 10. bis 13. Juni 2002 in Rom abgehalten wurde.

Gentechnik-Befürworter argumentieren häufig, dass der Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft und in der Lebensmittelproduktion den Hunger in der dritten Welt vermindern wird. Nach Ansicht von Gentechnik-Kritikern geht der Weg aber in die entgegengesetzte Richtung.

So präsentierte die Umweltorganisation Greenpeace parallel zum Welternährungsgipfel die Studie „Record Harvest - Record Hunger“ („Rekordhunger trotz Rekordernte“). In dieser Studie belegt Greenpeace am Beispiel von Argentinien, dass genmanipulierte Nutzpflanzen den Hunger nicht lindern.

Argentinien ist seit der Zulassung von Genpflanzen 1996 zum zweitgrößten Gensoja-Produzenten weltweit aufgestiegen. Das Meiste davon wird als Tierfutter exportiert. Die dafür verwendete Landfläche hat sich in den letzten Jahren beinahe verdoppelt, die Ernte ist auf den Rekordwert von 30 Millionen Tonnen gestiegen. Im selben Zeitraum hat sich allerdings die Nahrungsmittelversorgung dramatisch verschlechtert.

Offiziellen Angaben zu Folge ist die Hälfte der 37 Millionen Argentinier kaum in der Lage, das Notwendigste aufzutreiben. Laut Emiliano Ezcurra von Greenpeace-Argentinien sind die Gentech-Konzerne mitverantwortlich für die Hungerkrise in Argentinien. Sie hätten das Land in eine Falle geführt, in eine Exportorientierung auf Kosten der Nahrungsmittelversorgung der eigenen Bevölkerung. Argentinien habe genügend Gentech-freie Soja und eine große Bandbreite anderer Lebensmittel, um eine ausgewogene Ernährung der Menschen sicherzustellen. Dazu müsste allerdings die Fixierung auf Gentech-Soja und Tierfutter-Export aufgegeben und auf nachhaltige Landwirtschaft gesetzt werden.

Info:
>> Die Studie „Record Harvest - Record Hunger” (pdf-Datei, 502KB)

Hinweis:
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Weitere Infos:
>> Arme Länder profitieren nicht von Gentechnik

>> Kann Gentechnik den Hunger in der 3. Welt bekämpfen?

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