genfood | Aktuell >> Berichte

GVO-Einsatz gefährdet die Wahlfreiheit bei Lebensmitteln

17. Oktober 2002, 12h 37

Was passiert, wenn die Gentechnik verstärkt Einzug in Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion hält? Antworten gibt eine neue Studie vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Die Studie “Bleibt in Deutschland bei zunehmendem Einsatz der Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion die Wahlfreiheit auf GVO-unbelastete Nahrung erhalten?“ wurde vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau Berlin (FiBL) e.V. und vom Öko-Institut e.V. im Auftrag des BUND angefertigt.

Sie beschreibt zunächst, auf welche Weise genetisch veränderte Organismen (GVO) in Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion kommen. Weiters dokumentiert sie, wie weit Saatgut, Erntegut, Lebens- und Futtermittel bereits belastet sind. Anschließend werden Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Verminderung der Kontamination skizziert und Möglichkeiten beschrieben, wie die Gentechnikfreiheit in Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion auch künftig bewahrt werden kann.
Schließlich prüft die Studie anhand dreier Szenarien (Szenario 1: „Bei uns nicht“, Szenario 2: „Anbau mit Auflagen“, Szenario 3: „Gentechnik ohne Grenzen“), wie sich unterschiedliche rechtliche und politische Rahmenbedingungen auswirken werden. Die Szenarien untersuchen für die derzeit am häufigsten angebauten gentechnisch veränderten Pflanzen Soja, Mais und Raps, ob für den Konsumenten die Wahlfreiheit für GVO-unbelastete Nahrung erhalten bleibt.

Die drei Szenarien kommen zu unterschiedlichen Schlüssen. Mit dem Szenario „Bei uns nicht“ bleiben der Status Quo und damit die Wahlfreiheit erhalten. Unter den Annahmen des Szenarios „Anbau mit Auflagen“ wird geschätzt, dass die Kontamination im Bereich von 1 Prozent gehalten werden kann und damit eine eingeschränkte Wahlfreiheit bestehen bleibt. Allerdings werden die Auflagen im Anbau erhöhte Kosten verursachen, die je nach Nutzpflanze und Bewirtschaftungsweise bis zu 20 Prozent betragen können. Das Szenario „Gentechnik ohne Grenzen“ liefert ein eindeutiges Ergebnis: ohne entsprechende Regelungen und Auflagen werden langfristig keine GVO-freien Nahrungsmittel mehr garantiert werden können.

Links:

>> Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)

>> Studie des BUND: Bleibt in Deutschland bei zunehmendem Einsatz der Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion die Wahlfreiheit auf GVO-unbelastete Nahrung erhalten? (pdf-Datei, 537KB)

>> Zusammenfassung der Studie (pdf-Datei, 35KB)

Hinweis:
Zum Öffnen von Dateien im pdf-Format benötigen Sie den Acrobat Reader.
>> Gratis-Download

Berichte

<- zurück