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Möglicher Handelskrieg zwischen EU und USA wegen Gentech-Lebensmitteln

1. Februar 2003, 00h 29

Der US-Handelsbeauftragte Robert Zoellick will die Europäische Union wegen des Zulassungsstopps für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen vor der WTO verklagen.

Der Hintergrund: Seit 1998 gilt innerhalb der Europäischen Union ein Zulassungsstopp für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen. Die europäischen Konsumenten stehen außerdem Gentech-Lebensmitteln äußerst kritisch gegenüber.

In den USA hingegen werden weltweit die meisten gentechnisch veränderten Nutzpflanzen angebaut, vor allem Soja-Bohnen, Mais und Baumwolle. Die wichtigsten Absatzmärkte für US-Agrarexporte liegen in Europa und Asien. Das EU-Moratorium führt nach US-amerikanischen Schätzungen zu Exportausfällen von etwa 300 Millionen Dollar pro Jahr. Innerhalb der US-Administration gibt es daher schon länger Überlegungen, die Europäische Union in dieser Sache vor der Welthandelsorganisation („World Trade Organization“ WTO) wegen angeblicher Verletzung der internationalen Handelsübereinkommen zu verklagen. Zu den schärfsten Proponenten einer derartigen Klage zählt der US-Handelsbeauftragte Robert Zoellick, der sich bereits wiederholt gegenüber der Presse für ein WTO-Verfahren gegen die EU ausgesprochen hat.

Eine WTO-Klage findet aber auch in den USA nicht ungeteilte Zustimmung. Kritiker äußern die Befürchtung, dass gerade dadurch eine USA-feindliche Stimmung in vielen Ländern Europas verstärkt werden würde. Die nordamerikanische Agro- und Lebensmittel-Industrie selbst vertritt ebenfalls keine einheitliche Linie. Grosse Agrobio-Konzerne wie Monsanto bevorzugen stille Lobby-Arbeit im Hintergrund. Hersteller von Lebensmittel-Fertigprodukten stehen einer Klage aus Furcht vor Exporteinbrüchen misstrauisch gegenüber. Landwirtschaftsvertreter wiederum plädieren heftig für ein WTO-Verfahren. (ne)


Info:
>> 70 Prozent der Europäer wollen keine Gentech-Lebensmittel

>> Steigender Anteil von GVO-Pflanzen in den USA

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