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11. März 2003, 22h 12
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Eine Jahrhundertentdeckung jährt sich zum 50. Mal: Am 28. Februar 1953 erkannten John Watson und Francis Crick die Struktur der DNA. In ihrem Labor in Cambridge bauten an diesem Tag die beiden Wissenschafter aus Draht und Pappschablonen das erste Strukturmodell der DNA, der universellen Trägerin der Erbinformation.
Nur knapp zwei Monate später, am 25. April 1953, veröffentlichten sie ihre Erkenntnis im Wissenschaftsmagazin „Nature“ in Form einer eher kurzen Notiz. Trotzdem brachte ihnen der Artikel den Nobelpreis ein – und bedeutete die Geburtsstunde des biotechnologischen Zeitalters.
Der Artikel enthielt auch die erste graphische Darstellung der DNA-Doppelhelix: zwei lange Zucker-Phosphat-Stränge, die spiralförmig umeinander gewunden sind und durch Basenpaare sprossenförmig miteinander verbunden sind. Dabei passen jeweils die Basen Adenin und Thymin sowie die Basen Guanin und Cytosin paarweise zusammen. Diese Strukur findet sich bei allen Lebewesen und ist mittlerweile zur Ikone der Biotechnologie geworden.
Die Geschichte der Aufklärung der DNA-Struktur beginnt aber viel früher. 1869 isolierte Friedrich Miescher aus den Zellkernen von Pflanzen und Tieren erstmals die sogenannte Nukleinsäure. Der Biochemiker Erwin Chargaff konnte 1949 nachweisen, dass in jedem DNA-Strang die Bausteine Adenin und Thymin sowie Cytosin und Guanin jeweils im Verhältnis 1:1 auftreten.
Die entscheidenden Daten kamen von den Röntgen-Kristallografen Rosalind Franklin und Maurice Wilkins. Die beiden durchleuchteten kristalline DNA mit Röntgenstrahlen. Aus der Art, wie die Röntgenstrahlung von dem Kristall gebeugt wird, lässt sich nämlich auf die dreidimensionale Gestalt der einzelnen Moleküle schließen. Im Jahr 1951 gelangen Rosalind Franklin die ersten Röntgenaufnahmen von kristallisierter DNA.
Anfang des Jahres 1953 waren Franklin und Wilkins selber nicht mehr weit von der Entschlüsselung der DNA-Struktur entfernt. Allerdings zeigte Maurice Wilkins seinem Kollegen John Watson noch unveröffentlichte Röntgenaufnahmen der DNA – und gab damit den wahrscheinlich entscheidenden Hinweis: die Aufnahmen zeigten eindeutig, dass die DNA eine Spiralform haben musste. Wilkins erhielt für seinen Beitrag an der Entdeckung der DNA-Doppelhelix gemeinsam mit John Watson und Francis Crick im Jahr 1962 den Nobelpreis für Medizin. Rosalind Franklin ging dabei leer aus. Sie starb bereits 1958 im Alter von 37 Jahren an Eierstockkrebs. (ne)
Info:
>> Schwerpunkt der Zeitschrift „Nature“: „50 years of DNA“
>> Watson J. and Crick F (1953): Molecular Structure of Nucleic Acids. Nature 171, 737. (Original-Artikel von Watson & Crick im pdf-Format, 360 KB)
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