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Neue Risiken für die biologische Vielfalt

1. April 2004, 01h 09

Von der englischen Regierung in Auftrag gegebene Studien bestätigen die Risiken für die biologische Vielfalt und die Risiken zum Auskreuzungspotential transgener Pflanzen.

Auf über 200 Standorten in Großbritannien fanden dreijährige Feldversuche mit herbizidresistenten transgenen Raps-, Mais- und Zuckerrübensorten statt. Ziel war die Untersuchung der ökologischen Auswirkungen des GVO-Anbaus. Die Ergebnisse der vom britischen Department for Environment Food and Rural Affairs (DEFRA) durchgeführten Studien wurden am 16. Oktober in Form von acht wissenschaftlichen Arbeiten in der Zeitschrift „The philosophical Transactions of the Royal Society (Biological Sciences)“ veröffentlicht.

Die Ergebnisse der Studie kurz zusammengefasst:
Durch den Einsatz der herbizidresistenten Pflanzen mit den dazugehörigen Breitbandherbiziden nimmt die Vielzahl an Kräutern auf Äckern deutlich ab. Somit fällt eine wichtige Nahrungsmittelquelle für Insekten, Schmetterlinge und Vögel aus: Dies bedeutet wiederum eine Rückgang der tierischen Population.

Bei den sog. Farm Scale Evaluations wurde ein Vergleich zwischen dem üblichen konventionellen chemiegestützten Anbau und dem Anbau von herbizidresistenten Pflanzen mit dem dazugehörigen Einsatz des Herbizids durchgeführt. Sowohl bei HR-Raps als auch bei HR-Zuckerrüben wurde ein Rückgang von 35% bis 44% bei Blütenpflanzen, Blüten und Samen festgestellt. Der Anbau von HR-Mais brachte einen Anstieg der Vielfalt, dieser beruhte aber auf dem Einsatz des jetzt von der EU-Kommission verbotenen Herbizids Atrazin.

Das Auskreuzungspotential von Mais, Raps und Zuckerrüben wurde bisher unterschätzt, bestätigt das Departement for Environment, Food and Rural Affairs (DEFRA). Raps-Fangpflanzen wurden noch in einer Entfernung von 26 km mit transgenen Pollen bestäubt. Gleichzeitig tritt Raps über lange Jahre als Durchwuchspflanze auf Feldern auf, was zu einer hohen Verunreinigung der Ernte führen kann. Auch für Mais wurden ähnlich hohe Auskreuzungsdistanzen gemessen.

Weiters wurde mittels Computersimulation errechnet, dass das Einführen einer herbizidresistenten Zuckerrübe innerhalb von 20 Jahren zum Aussterben der Feldlerche führen könnte.

Info:
>> Die Studien und Zusammenfassungen davon sind auf http://www.defra.gov.uk/news/latest/2003/fseresults.htm erhältlich

>> Gentechnik Nachrichten Spezial vom deutschen Öko-Institut e.V. (pdf-Datei, 110 KB)

Die DEFRA-Studien zum Download:
>> Farm scale evaluations of GM crops: monitoring gene flow from
GM crops to non-GM equivalent crops in the vicinity (contract
reference EPG 1/5/138). Part I: Forage Maize.
(pdf-Datei, 648 KB)

>> Quantifying landscape-scale gene flow in oilseed rape (pdf-Datei, 579 KB)

>> The potential for oilseed rape feral (volunteer) weeds to cause
impurities in later oilseed rape crops
(pdf-Datei, 154 KB)

>> The implications of spring-sown genetically modified herbicide-tolerant crops for farmland biodiversity (pdf-Datei, 1.263 KB)

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