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Bt 10-Mais: EU verlangt Prüfberichte bei US-Importen

9. Juni 2005, 20h 32

Als Notmaßnahme gegen weitere Einfuhren der nicht zugelassenen Genmaissorte Bt 10 von Syngenta dürfen bestimmte Maisfuttermittel wie etwa Maiskleberfutter nur mehr mit einem Prüfbericht eines anerkannten Labors in der EU auf den Markt gebracht werden. Aus der Bescheinigung muss hervorgehen, dass bei mit geeigneten Nachweismethoden durchgeführten Tests kein Bt 10 gefunden wurde. Verantwortlich für die Überprüfung und die Zertifizierung sind die Importeure dieser Futtermittel.

Bt 10 Mais, der ähnlich wie der mittlerweile auch in der EU zugelassene Bt 11 Mais aufgrund einer gentechnischen Veränderung ein Gen des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis enthält, hat in keinem Land der Welt eine Zulassung, nicht einmal in den USA. Als wesentlichen Unterschied zu Bt 11 ist Bt 10 Mais mit einem Markergen ausgestattet, das eine Resistenz gegen das Antibiotikum Ampillicin enthält. Ampillicin wird häufig in der Medizin verwendet, weshalb die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfohlen hat, Sorten mit diesem Resistenzgen nicht mehr kommerziell zu verwerten.

Nach Angaben von Syngenta war auch nicht vorgesehen, Bt 10 zu vermarkten. Dennoch hat das Unternehmen aufgrund einer angeblichen Verwechslung in den USA jahrelang anstelle der schädlingsresistenten Maissorte Bt 11 die Sorte Bt 10 produziert und auch nach Europa exportiert. Von 2001 bis 2004 sind rund 1.000 Tonnen davon in der Europäischen Union verkauft worden. Erst Ende 2004 informierte Syngenta die US-amerikanischen Kontrollbehörden. Publik wurde der Fall allerdings erst, als das internationale Wissenschaftsmagazin „Nature“ am 22. März über die Aussaat von Bt 10 auf rund 15.000 Hektar in den Vereinigten Staaten berichtete. Erst an diesem Tag informierte die US-Botschaft in Brüssel die EU-Kommission über den Vorfall.

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