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EU-Umweltministerrat berät GVO-importverbote

24. Juni 2005, 12h 37

Am 24. Juni werden die EU-Umweltminister auf Antrag der Kommission über die Aufhebung der nationalen GVO-Importe einiger Mitgliedsstaaten beraten. Seit 1997 haben fünf EU-Länder unter Berufung auf die sogenannte „Schutzklausel“ der EU-Freisetzungsrichtlinie die Einfuhr und die Verwendung von bestimmten GV-Nutzpflanzen verboten. Neben Österreich handelt es sich dabei um Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Griechenland.

Folgende Gen-Sorten sind davon betroffen:
- Gen-Mais Bt 176 der Firma Syngenta: Produziert ein Insektengift und hat ein Gen für Antibiotika-Resistenz (nationale Maßnahmen in Österreich, Luxemburg, Deutschland)
- Gen-Mais MON 810 der Firma Monsanto: Produziert ein Insektengift (Österreich)
- Mais T25 der Firma Bayer: Herbizidresistenz (Österreich)
- Raps-Saat Topas 19/2 der Firma Bayer: Herbizidresistenz (Griechenland, Frankreich)
- Raps-Saat MS1xRF1 der Firma Bayer: Herbizidresistenz (Frankreich)

Außerdem haben drei weitere Länder (Ungarn, Polen, Griechenland) im Jahr 2005 nationale Maßnahmen gegen den Anbau des Gen-Mais MON810 erlassen.

Für die Abschaffung der Importverbote muss der Antrag der Kommission mit qualifizierter Mehrheit abgelehnt werden. Kommt diese nicht zustande, kann die bislang als eher gentechnikfreundlich in Erscheinung getretene EU-Kommission alleine entscheiden.

Abstimmung über MON 863
Weiters steht am 24. Juni eine Abstimmung über die Zulassung der umstrittenen Maissorte MON 863 von Monsanto auf der Tagesordnung des EU-Umweltministerrats. Der Genmais geriet bereits im Mai 2004 in die Schlagzeilen, nachdem bei Ratten, an die der Gen-Mais verfüttert wurde, deutliche Veränderungen im Blutbild und an den Nieren gefunden wurden.

Mehr Info:
>> MON 863: Monsanto muss Fütterungsstudie veröffentlichen

>> Kurzinformationen und eine E-Mail-Aktion gegen die Aufhebung der nationalen Importverbote auf der Website von Friends of the Earth Europe

>> Kurzinfo von Greenpeace Deutschland zu MON 863 (pdf-Datei, 84 KB)

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