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29. November 2005, 14h 03
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Die Umweltschutzorganisation Greenpeace präsentierte am 10. Oktober einen Bericht, wonach in mindestens zehn der 42 rumänischen Regionen illegal und ohne Wissen der zuständigen Behörden die gentechnisch veränderte Roundup-Ready-Sojabohne des US-Agromultis Monsanto angebaut wird.
PCR-Analysen bestätigen Verunreinigung
Untermauert werden diese Ergebnisse durch umfassende landesweite PCR-Analysen von Soja-Pflanzen. Greenpeace ließ in zehn verschiedenen Regionen Sojapflanzen beim österreichischen Umweltbundesamt testen. Sämtliche Proben waren positiv.
Der rumänische Gentechnik-Sprecher von Greenpeace, Gabi Paun, dazu: „Die Ergebnisse bestätigen unsere schlimmsten Befürchtungen. In ganz Rumänien wird illegal Gentech-Soja angebaut, die Situation ist komplett außer Kontrolle. Wir fordern die rumänischen Behörden auf, sofort aktiv zu werden, um weiteren Schaden für die rumänische Umwelt und Wirtschaft abzuwenden.“
Ex-Manager von Agromulti Monsanto packt aus
Ungewöhnliche Unterstützung erhält Greenpeace vom ehemaligen Monsanto-Geschäftsführer in Rumänien, Dragos Dima, der sogar davon spricht, dass bereits neunzig Prozent anstatt der offiziell verlautbarten fünfzig Prozent der in Rumänien angebauten Soja gentechnisch verändert seien. Im Jahr 2005 wurde in Rumänien Soja auf einer Fläche von etwa 140.000 Hektar angebaut, etwa die Hälfte davon ist als gentechnisch verändert registriert. Zusätzlich kommt es zur Verunreinigung von konventionellen gentechnikfreien sowie biologischen Sojafeldern mit Gentech-Soja, vor allem durch den illegalen Verkauf von Gentech-Saatgut und Auskreuzen.
Dragos Dima zieht mit seinem früheren Arbeitgeber hart ins Gericht: „Bereits 1998 habe ich gewarnt, dass weder das Land Rumänien noch Monsanto in der Lage wären, den Gentech-Anbau zu beobachten und zu kontrollieren. Leider ohne Erfolg. Ich habe die Firma verlassen, weil ich diese Bedenken auch gegenüber der internationalen Firmenleitung geäußert habe.“
Dragos Dima war bis Ende 1998 für Monsanto in Rumänien tätig. Der Anbau von Gentech-Soja in Rumänien erfolgte erstmals 1999. „Monsanto hat Rumänien wissentlich in eine Technologie gedrängt, die fast zwangsläufig außer Kontrolle geraten musste, weil das Land nicht adäquat darauf vorbereitet war. Die Befürchtungen von Dragos Dima haben sich inzwischen leider voll bestätigt“, sagt Greenpeace-Expertin Susanne Fromwald.
Im Jahr 2007 soll Rumänien der Europäischen Union beitreten. Derzeit fehlt es jedoch an geeigneten Maßnahmen zur Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Organismen. Die Harmonisierung von nationalem Recht mit Gemeinschaftsrecht ist aber zentrales Element der Beitrittsverträge.
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