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EU-Kommission lässt drei weitere GV-Maissorten zu

14. Januar 2006, 21h 24

Die Europäische Kommission hat am 13. Jänner 2006 das Inverkehrbringen von drei weiteren gentechnisch veränderten Maissorten innerhalb der EU genehmigt. Es handelt sich dabei um die Sorten GA21, MON863 und MON863x810, alle vom US-Konzern Monsanto. GA21 und MON863 wurden für Lebensmittelzwecke zugelassen, MON863x810 für Import und industrielle Zwecke. Die jetzt erteilten Zulassungen gelten für drei Jahre und erlauben nicht den Anbau innerhalb der Europäischen Union.

Die beiden Sorten GA21 und MON863 sind die letzten GV-Lebensmittel, die noch nach der mittlerweile durch andere Regelungen ersetzte „Novel-Food-Verordnung“ (258/97) zugelassen wurden. Der Mais MON863 verfügt außerdem seit August 2005 über eine Zulassung als Futtermittel auf Basis der neuen Freisetzungsrichtlinie 2001/18/EC.

In Summe hat die Europäische Kommission seit Mai 2004 - dem Ende des inoffiziellen EU-Gentech-Moratoriums - neun Zulassungen erteilt, allerdings keine für den Anbau der betreffenden GV-Nutzpflanzen. Bei einer ganzen Reihe von GV-Produkten läuft das Zulassungsverfahren. Darunter befindet sich auch wieder der Mais MON863x810, für den Monsanto zusätzlich die Zulassung als Futter- und Lebensmittel beantragt hat. Die Europäische Lebensmittelbehörde hat dazu bereits am 8. Juni eine positive Stellungnahme abgegeben, beim EU-Umweltministerrat vom 2. Dezember 2005 wurde keine für die Entscheidung nötige qualifizierte Mehrheit gefunden.
Zulassungsanträge, die auch den Anbau umfassen, liegen unter anderem für die GV-Maissorten 1507 von Dow/Pioneer, Bt11 von Syngenta sowie eine gentechnisch veränderte Kartoffel von Syngenta vor.

Zulassungen trotz fehlender Mehrheiten
Gentechnikgegner kritisieren, dass die Kommission wieder einmal im Alleingang über die Zulassungen entschieden hat, da es weder den zuständigen EU-Ausschüssen noch dem Ministerrat gelang, eine Einigung zu erzielen. Die Einwände einiger Mitgliedstaaten über die Sicherheit der GVOs wurden damit von der Kommission vom Tisch gefegt.

Besonders gegen MON 863 wurden vor der Zulassung viele Bedenken geäußert, vor allem hinsichtlich der Sicherheitsbewertung durch Monsanto. Ein Fütterungsversuch mit Ratten hatte hohe Anomalien am Blutbild und bei den Nieren der Versuchstiere gezeigt. Die europäische Lebensmittelbehörde (European Food Safety Authority, EFSA) erklärte in ihren Stellungnahmen MON 863 dennoch für ebenso sicher wie herkömmlichen Mais, die Kommission folgte nun dieser Auffassung. (ne)

Info:
>> Neulassungen seit Mai 2004 (pdf-Datei, )
Datenquelle: Friends of the Earth, Stand: 14.01.2006

>> Zulassungen und beantragte GV-Produkte in der EU

>> Stellungnahmen der EFSA

>> EU-Kommission erlaubt Einfuhr von MON 863 als Futtermittel

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