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Importverbot für Gentech-Raps GT73 geplant

25. Januar 2006, 00h 09

Das österreichische Gesundheitsministerium plant ein Importverbot für die gentechnisch veränderte Rapssorte GT73. Ein Verordnungsentwurf ist seit 23. Jänner in Begutachtung.

Die Begutachtungsfrist dauert vier Wochen. Laut APA will die Ministerin auch Klagen aus der EU in Kauf nehmen. Weiters sei eine aktuelle Studie in Arbeit, die belegen soll, dass GT73 viel leichter auskreuze als andere Sorten. Die EU-Kommission in Brüssel hatte im Juni 2005 den GVO-Raps GT73 von Monsanto per 31. August 2005 trotz fehlender Mehrheit unter den Mitgliedsstaaten als Futtermittel zugelassen. Nur sechs von 25 UmweltministerInnen der EU-Mitgliedsländer sahen die Voraussetzungen für die Zulassung des Gentech-Raps als gegeben. 13 Länder, darunter auch Österreich, stimmten gegen eine Zulassung.

Begrüßt wurde Rauch-Kallats Initiative von den Umweltorganisationen Global 2000 und Greenpeace. Jens Karg, Gentechnik-Sprecher von Global 2000, wertete die Ankündigung des Importverbots als wichtiges Signal für den Schutz der Konsumenten und der österreichischen Landwirtschaft vor den Gefahren der Gentechnik.. Mag. Susanne Fromwald, Gentechnik-Expertin von Greenpeace, wies auf das hohe Auskreuzungspotential von GT73 hin. „Gerade Gentech-Raps ist eine besondere Risikopflanze, weil Raps aufgrund seiner vielen natürlichen Verwandten besonders leicht auskreuzt", so Fromwald.

Risikopflanze GT73
Die Europäische Umweltbehörde (EEA) hat den Gentech-Raps als Hochrisikopflanze bezüglich Kontamination eingestuft. In Großbritannien erbrachten Untersuchungen über die ökologischen Auswirkungen des Anbaus von Gentech- Raps alarmierende Ergebnisse. Die WissenschafterInnen fanden heraus, dass durch den Anbau des Gentech-Raps die Zahl der Schmetterlinge, Hummeln und Käfer deutlich zurückging. Monsanto selbst hatte in Versuchen mit Gentech-Raps gefütterten Ratten vergrößerte Leberzellen festgestellt. In Kanada hat die großflächige Verunreinigung der Rapsfelder mit Gentech-Sorten dazu geführt, dass für Bio-Bauern und -Bäuerinnen der Anbau von Raps praktisch unmöglich geworden ist. Auch wenn sich die europäische Zulassung für GT 73 auf Tierfutter und industrielle Verwendungszwecke beschränkt, besteht die Gefahr, dass der Gentech-Raps jederzeit gewollt oder auch ungewollt als lebensfähiges Saatgut in die Natur gelangt. In Japan haben die Behörden Gentech-Verunreinigungen durch im Hafen verschüttete Rapssamen im Umkreis von 30 Kilometern festgestellt.

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