genfood | Aktuell >> News

Greenpeace entdeckt in Wien verdächtiges Gentech-Reis-Produkt

7. September 2006, 17h 50

Greenpeace hat nach eigenen Angaben nun auch im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel ein Reisprodukt aus China entdeckt, das im Verdacht steht, mit illegalem gentechnisch verändertem Reis verunreinigt zu sein. Das verdächtige Produkt wurde am 7. September dem österreichischem Gesundheitsministerium übergeben.

Es handelt sich dabei um Reisnudeln des niederländischen Importeurs Heuschen & Schrouff, der Reisprodukte in allen 25 EU-Staaten vertreibt. Fündig wurden die Aktivisten in einem Asia-Shop am Wiener Naschmarkt. Bereits vorher hatte Greenpeace International Testergebnisse veröffentlicht, wonach in Deutschland, Frankreich und Großbritannien bei fünf Reisprodukten Verunreinigungen eines in China entwickelten, gentechnisch veränderten Reises gefunden wurden, der in keinem Land der Welt eine Zulassung besitzt. Er gelangte wahrscheinlich nach großflächigen und mehrjährigen Freilandversuchen in der chinesischen Provinz Hubei in die Lebensmittelkette.

Dem illegalen Reis wurde ein Gen des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis (Bt) eingebaut, um ihn widerstandsfähiger gegen Insekten zu machen. Er produziert aufgrund der gentechnischen Veränderung das Eiweiß Cry1Ac, das laut Greenpeace in Tierversuchen mit Mäusen allergische Reaktionen auslöste. Diese Bedenken werden nach Greenpeace-Angeben von drei unabhängigen Wissenschaftern aus dem Bereich der Gentechnik-Forschung geteilt.

Unabhängig von der tatsächlichen Gefährlichkeit des jetzt gefundenen Bt-Reises zeigen die Greenpeace-Funde, wie schwer genmanipulierte Lebensmittel unter Kontrolle zu bringen sind, wenn sie erst einmal in Umlauf gekommen sind. Als Reaktion hat die EU-Kommission bei der chinesischen Regierung weitere Informationen angefordert und die europäischen Reisimporteure sollen zu verstärkten Kontrollen aufgerufen.

Link:
>> Greenpeace

News

<- zurück