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20 Prozent der getesteten Reisproben GV-verunreinigt

23. Oktober 2006, 20h 53

Nach dem Auftreten des nicht zugelassenen Gentech-Reises LL601 in der EU hat das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF) gezielte Probeziehungen und die Untersuchung der Proben durch die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) veranlasst. Bis zum 23. Oktober waren 250 Proben aus ganz Österreich und aus allen österreichischen Lebensmittelhandelsketten bei der AGES eingelangt, von denen 241 bereits untersucht worden sind. 46 Proben wurden positiv auf LL601 getestet, eine weitere Probe aut Bt63.

Keine Risikobewertung für LL601
Der Gentech-Reis LL601 wurde von der Firma Bayer Crop Science entwickelt. Aufgrund der gentechnischen Veränderung wird von der Pflanze ein als „PAT“ bezeichnetes Protein erzeugt, das eine Resistenz gegen das Pflanzenschutzmittel Liberty von Bayer bewirkt. LL601 wurde in den USA in Freisetzungsversuchen getestet, der Hersteller beantragte aber nie eine Zulassung. Die mögliche Gesundheitsschädlichkeit von LL601 wurde daher nie einer behördlichen Risikobewertung unterzogen.

Die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA = European Food Safety Authority) prüfte die vorliegenden Daten zum Genkonstrukt LL62, das LL601 sehr ähnlich ist. LL62 stammt ebenfalls von Bayer und wurde in den USA von der USDA (United States Department of Agriculture) geprüft und für die Verwendung in Lebens- und Futtermitteln zugelassen. Die EFSA zieht daraus den Analogieschluss, dass nach dem derzeitigem Informationsstand keine unmittelbare Gefährdung für die menschliche Gesundheit bestehe. Sie betont aber auch, dass die vorliegenden Daten für eine regelkonforme und vollständige Risikobewertung nicht ausreichen würden.

Bt63-Verunreinigungen in Reisnudeln
Die mit Bt63 verunreinigten Reisnudeln wurden von der Umweltschutzorganisation Greenpeace in einem Asia-Shop am Wiener Naschmarkt gefunden. Es handelt sich dabei um ein Produkt des niederländischen Importeurs Heuschen & Schrouff, der Reisprodukte in allen 25 EU-Staaten vertreibt. Der in China entwickelte Gentech-Reis Bt63 produziert ein für Fraßinsekten schädliches Protein und ist in keinem Land der Welt zugelassen. Die Wiener Lebensmittelaufsicht wurde vom BMGF angewiesen, die positiv getesteten Reisnudeln aus dem Verkehr zu ziehen.

Links:
>> BMGF
>> AGES
>> Stellungnahme der EFSA zu LL601
>> Greenpeace
>> Informationen der EU-Kommission zu LL601

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