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23. Oktober 2006, 21h 38
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Die Europäische Union schreibt verpflichtende Gegentests für Importe von US-Langkornreis vor. Als Reaktion auf das Auftreten der nicht zugelassenen GV-Reissorte LL601 in der Nahrungsmittelkette mussten Reisimporteure bereits seit Anfang September mittels Zertifikat nachweisen, dass ihre Lieferungen frei von LL601-Verunreinigungen sind. Künftig werden zusätzlich alle Lieferungen vor dem Eintritt in die EU von den Behörden des jeweiligen Mitgliedsstaates getestet. Die Kosten dafür müssen die einführenden Unternehmen tragen.
Die verschärften Bestimmungen sind eine Antwort auf die jüngsten Fälle von illegalen Langkornreis-Importen. So wurde in Rotterdam bei einer Kontrolluntersuchung in einer Schiffsladung LL601-Reis gefunden, obwohl sie als LL601-frei zertifiziert war. In Frankreich wurde außerdem mit der nahe verwandten Reissorte LL62 eine weitere in der EU nicht zugelassene Gentech-Reis-Sorte gefunden.
Die Europäische Kommission erteilte dem Gesundheits- und Verbraucherschutzkommissar Markos Kyprianou schon am 4. Oktober das Mandat zur Einführung der verpflichtenden Gegentests. Sie sah aber noch eine zweiwöchige Verhandlungsfrist vor, um sich mit den USA auf ein gemeinsames Protokoll für die Stichprobenerhebung und den Nachweis zu einigen. Nach dem Scheitern der Verhandlungen schlägt die Kommission nun dem Ständigen EU-Parlamentsausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit die Einführung der strengeren Regelungen vor. Es wird erwartet, dass der Ausschuss dem Antrag der Kommission folgt.
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