genfood | Argumente >> Allgemeines

Was ist Biotechnologie, was ist Gentechnik?

7. März 2002, 19h 01

Was ist Biotechnologie?
Das Forschungs- und Anwendungsgebiet der Biotechnologie ist die Nutzung der Mikroorganismen (Pilze, Bakterien) und ihrer Stoffwechselleistungen. Die Anfänge der Biotechnologie liegen weit zurück. Einer ihrer ersten Bereiche war die Verlängerung der Haltbarkeit von Fleisch, Fisch und Obst durch Trocknen oder Einsalzen, sowie die Verwendung der natürlichen Gärungsprozesse durch Bakterien (z.B. Alkoholische Gärung) oder die CO2-Produktion von Hefen (z.B. Brot gehen lassen). Schon die alten Ägypter machten sich diese natürlichen Stoffwechselprozesse zu Nutze und setzten bereits vor rund 4000 Jahren spezifische Techniken zum Bierbrauen und Brotbacken ein.

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich parallel zu Ackerbau und Viehzucht dieses Erfahrungswissen bei der Herstellung bzw. Veränderung von Lebensmitteln weiter. Ein Großteil dieser spezifischen Herstellungsverfahren ist auf die Stoffwechselleistung der allgegenwärtigen Mikroorganismen zurückzuführen. Ohne Kenntnis über deren Existenz nutzten Menschen unterschiedlicher Kulturen die Fähigkeiten dieser kleinen Lebewesen und bereicherten auf diesem Weg ihren Speiseplan. Da Mikroorganismen mit dem freien Auge nicht bzw. nur in großen Ansammlungen zu erkennen sind, wurde ihre Entdeckung erst nach der Entwicklung des Mikroskops, Mitte des 17. Jahrhunderts, möglich. Als eigenständige Lebewesen und als Ursache von Gärung und Fäulnis wurden sie 200 Jahre später von Louis Pasteur erkannt.

Damit sind wir im 19. Jahrhundert. Die Geschwindigkeit der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse nimmt ab diesem Zeitpunkt rapide zu. Im Vergleich zu den nun einsetzenden Entwicklungen in der Lebensmittelverarbeitung, verliefen die Veränderungen der letzten 5.000 Jahre im Zeitlupentempo.

Die Nutzung der Mikroorganismen und ihrer Stoffwechselleistungen, das Forschungs- und Anwendungsgebiet der Biotechnologie, hat maßgeblich zur heutigen Vielfalt der Lebensmittel beigetragen. Brot, Schinken, Joghurt, Käse, Bier und Wein sind heute fast täglich auf den Esstischen zu finden. Allerdings hat die Biotechnologie innerhalb weniger Jahrzehnte den Charakter traditionellen Erfahrungswissens abgeschüttelt. Heute stützt sie sich auf die Erkenntnisse diverser Naturwissenschaften und zunehmend auch der Gentechnik.

Was ist Gentechnik?
Die Genetik setzt sich mit der Erbinformation von Mikroorganismen, Pflanzen, Tieren und Menschen auseinander. Sie versucht, diese Information aufzuschlüsseln und technisch nutzbar zu machen. In diesem Sinn ist die Gentechnik keine eigene Wissenschaft, sondern umfasst unterschiedliche Methoden, die in vielen Bereichen der Naturwissenschaft eingesetzt werden können. Erst die Erkenntnisse der Genetik und der Biochemie haben ihre Entwicklung ermöglicht. Die Gentechnik selbst setzt sich mit dem Erbgut von Mikroorganismen wie Bakterien (z.B. Milchsäurebakterien) und Pilzen (z.B. Hefe), aber auch mit dem von höheren Lebewesen wie Pflanzen, Tieren und Menschen auseinander. Ihr Ziel ist es, das Erbmaterial dieser Lebewesen aufzuschlüsseln und zu verändern, z.B. neue Informationen einzuschleusen; mit anderen Worten, das Erbmaterial technisch nutzbar zu machen.

Allgemeines

<- zurück