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Arme Länder profitieren nicht von Gentechnik

18. Juni 2002, 12h 59

Laut einer Analyse des "Institute for New Technologies“ (UNU/INTECH) an der "United Nations University“ in Maastricht werden die derzeit laufenden Forschungen an gentechnisch veränderten Nutzpflanzen den unterentwickelten Ländern nicht zugute kommen, da sich ein Großteil der Untersuchungen mit Resistenz gegen Herbizide und Schädlinge und nicht mit einer direkten Ertragssteigerung unter den jeweiligen Umweltbedingungen befasst.

Die Untersuchung von UNU/INTECH ergab, dass nur ein Viertel der Freiland-Erprobungen in den USA und 12,5 Prozent in der Europäischen Union direkte Ertragssteigerungen als Ziel haben. Nach Ansicht von UNU/INTECH-Direktor Lynn Mytelka geht damit die gentechnische Forschung an Nutzpflanzen an den wirklichen Problemen in den Entwicklungsländern vorbei. Höhere Resistenz gegen Schädlinge kann zwar zu höheren Erträgen beitragen, aber wirklich notwendig wären laut Mytelka die Entwicklung stressresistenter Nutzpflanzen, die an die jeweiligen lokalen Bedingungen angepasst sind. Solche Pflanzen sind aber weit von der Marktreife entfernt.

Die Analyse zeigte auch, dass sich die Forschung an gentechnisch veränderten Nutzpflanzen auf wenige Firmen und eine geringe Anzahl von Nutzpflanzen konzentriert. Drei Firmen – Monsanto, Pioneer und AgrEvo – sind für 48 Prozent der Probe-Freisetzungen in den USA und für 26 Prozent aller Erprobungen in der Europäischen Union verantwortlich. Das "Institute for New Technologies" fordert daher mehr Forschung im öffentlichen Bereich, um die bestehenden Lücken zu füllen.

Info:

>> Technology Policy Brief von UNU/INTECH, Jahrgang 1, Ausgabe 2 (pdf-Datei, 255Kb)

Quellen:
>> www.intech.unu.edu
>> www.checkbiotech.org

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