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Humantoxikologische Risiken von GV-Soja und GV-Mais

6. Juli 2004, 20h 24

Seit 1996 sind sowohl die gentechnisch veränderte Round-up ready Sojabohne als auch mehrere gentechnisch veränderten Maissorten in der EU und in anderen Staaten (zB USA, Kanada, Mexiko, Japan) für Lebensmittelzwecke zugelassen. Jeder Zulassung ging ein Verfahren voraus, in dem die gesundheitliche Unbedenklichkeit von den Behörden festgestellt wurde. Die gegenwärtige Form der Risikobewertung ist allerdings unter den Mitgliedsstaaten nicht unumstritten, wie die nationalen Importverbote etwa in Österreich, Frankreich, Deutschland oder Italien zeigen. Daneben weisen auch wissenschaftliche Studien auf deutliche Schwachstellen in der Risikoabschätzung von gentechnisch veränderten Pflanzen und deren Produkten hin.

Im Auftrag des Landes Oberösterreich wurde deshalb von „Eco-Risk – Büro für ökologische Risikobewertung“ der Zulassungsantrag der Round-up ready Sojabohne untersucht, sowie der aktuelle Kenntnisstand zu gesundheitsrelevanten Effekten von GV- Soja und GV-Mais recherchiert.

Die Studie kommt zu dem Schluss, das
- die Sicherheit von gentechnisch veränderten Lebensmitteln auf Basis der vorliegenden Daten nicht garantiert ist: Wesentliche Informationen, die die Sicherheit des Lebensmittels belegen sollen (z.B. chronische toxikologische Studien), wurden von den Antragsteller/innen im Rahmen des Zulassungsverfahrens nicht vorgelegt und von den Behörden nicht eingefordert.

- Weiters weisen erste histopathologische Untersuchungen auf mögliche gesundheitsrelevante Effekte hin.

- Die Annahme, dass Bt-Toxin binnen kürzester Zeit im Magen abgebaut wird und deshalb kein chronisches Risiko darstellt, muss laut Studie völlig revidiert werden. Chronische Effekte durch Bt-Mais sind also nicht von vornherein auszuschließen.

- Mehrere aktuelle Studien zeigen, dass Nahrungs-DNA/RNA in das Lymphsystem und die Blutbahn aufgenommen wird. Die bisherige Fokussierung auf eventuelle gesundheitliche Wirkungen von Proteinen ist also möglicherweise zu eng gefasst.

Insgesamt wird das Ergebnis als keineswegs befriedigend eingestuft, denn weder für den Nachweis der Gefährdung noch für den Nachweis der Sicherheit von gentechnisch veränderten Sojabohnen und Mais lägen wissenschaftliche Studien vor. Neue Erkenntnisse wiesen darauf hin, dass ca. 98% der Risiken (chronische Risiken und Risiken durch RNA) aus der Risikoabschätzung von GVO bisher ausgeblendet wurden.

Die Studienautoren empfehlen daher eine rasche Neubewertung der gentechnisch veränderten Roundup Ready-Sojabohne anhand chronisch-toxikologischer Tests.

Download:

>> W. Müller & M. Dolezel (2004): Recherche und Analyse von Indizien bezüglich humantoxikologischer Risiken von gentechnisch veränderten Soja- und Mais-Pflanzen (pdf-Datei, 761 KB)


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