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13. Januar 2005, 23h 31
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Der weltweite Anbau transgener Nutzpflanzen nimmt weiter zu. Laut dem aktuellen Übersichtsbericht des „International Service for the Acquisition of Agri-Biotech Applications“ (ISAAA) wurden im Jahr 2004 auf einer Fläche von 81 Millionen Hektar gentechnisch veränderte Nutzpflanzen angebaut. Dies entspricht einer Steigerung um 13,3 Millionen Hektar bzw. einem Plus von 20 % gegenüber 2003. Dabei nahmen zum ersten Mal die Flächen in den Entwicklungsländern stärker zu (+ 7,2 Millionen Hektar) als in den Industrieländern (+ 6,1 Millionen Hektar).
Dem Report entsprechend haben 2004 rund 8,25 Millionen Landwirte in 17 Ländern transgene Pflanzen angebaut - das sind um 1,25 Millionen Landwirte mehr als noch 2003 in insgesamt 18 Ländern. 90 Prozent dieser Landwirte stammen aus den Entwicklungsländern. Die ISAAA geht davon aus, dass transgene Pflanzen bis 2010 von mehr als 15 Millionen Landwirten auf einer Fläche von 150 Millionen Hektar in über 30 Länder angebaut werden.
Anbauflächen nach Ländern
Die Anzahl der Staaten mit transgenen Anbauflächen von mehr als 50.000 Hektar stieg im Jahr 2004 von zehn auf vierzehn. Hinzu kamen Paraguay, Mexiko, Spanien und die Philippinen. Die Liste dieser Länder wird von den Vereinigten Staaten mit 47,6 Millionen Hektar (= 59 Prozent der globalen GVO-Anbaufläche) angeführt, gefolgt von Argentinien (16,2 Millionen Hektar/20 %), Kanada (5,4 Millionen Hektar/6 %), Brasilien (5 Millionen Hektar/6 %), China (3,7 Millionen Hektar/5 %), Paraguay (1,2 Millionen Hektar/2 %), Indien (0,5 Millionen Hektar/1 %) und Südafrika (0,5 Millionen Hektar/1 %). In Uruguay verdoppelte sich die Anbaufläche auf 0,3 Millionen Hektar, die dort angebauten Sojabohnen sind mittlerweile nahezu vollständig gentechnisch verändert.
In Europa ist Spanien das derzeit einzige Land der Europäischen Union mit einer signifikanten transgenen Anbaufläche. Hier wurden im vergangenen Jahr 58.000 Hektar Bt-Mais angebaut. Das entspricht einer Steigerung von 80 Prozent gegenüber 2003. In Deutschland wird auf wenigen hundert Hektar ein Erprobungsanbau mit Bt-Mais durchgeführt. In Osteuropa sticht Rumänien hervor: Im Jahr 2004 wurden hier auf einer Anbaufläche von 100.000 Hektar transgene Sojabohnen angebaut, eine Steigerung von knapp 40 Prozent gegenüber 2003 (70.000 Hektar).
Anbauflächen nach Pflanzen
Nach wie vor führen GV-Sojabohnen die weltweite Liste der angebauten transgenen Pflanzen an. Die Anbaufläche stieg von 41,4 Millionen Hektar - das sind 55 Prozent der weltweit angebauten Sojabohnen – im Jahr 2003 auf 48,4 Millionen Hektar (56 %) im Jahr 2004. Hinter Sojabohnen folgen Mais, Baumwolle und Raps.
So wie 2003 hatte Mais auch 2004 den größten Zuwachs aller transgenen Pflanzen zu verzeichnen. Seit dem Vorjahr nahmen die Flächen um 25 Prozent auf 19,3 Mio. Hektar zu. GV-Mais wird in den USA, Argentinien, Kanada, Spanien, Südafrika, Uruguay, Spanien und auf den Philippinen angebaut. Hinzu kommen kleinere Flächen in Deutschland und Honduras.
Auch bei Baumwolle fiel der Zuwachs mit 25 Prozent deutlich aus. Nunmehr werden auf 9 Millionen Hektar gentechnisch manipulierte Baumwolle geerntet. Anbauländer sind die USA, China, Argentinien, Indien, Australien, Mexiko, Südafrika und Kolumbien. In Indien sind die Flächen auf 500.000 ha angewachsen (+400 %). China erzielt inzwischen zwei Drittel der nationalen Baumwoll- Produktion mit GV-Pflanzen. Dort stiegen die Flächen um 32 Prozent auf 3,7 Mio. Hektar.
Bei Raps wurden auf 4,3 Mio. Hektar gentechnisch veränderte Sorten geerntet (+ 20 %). Der Anbau beschränkt sich auf Kanada und die USA.
Anbaufläche nach Merkmalen
Herbizidtoleranz ist weiterhin das dominante Merkmal, gefolgt von Resistenz gegen Schadinsekten. Im Jahr 2004 wurden auf einer Fläche von 58,6 Millionen Hektar – das entspricht 72 Prozent der globalen GVO-Anbaufläche – herbizidtolerantes Soja, Mais, Raps und Baumwolle kommerziell genutzt. Insektenresistente Bt-Pflanzen wurden auf 15,6 Millionen Hektar (19 %) angebaut. Die Merkmalskombination Herbizidtoleranz und Bt-vermittelte Insektenresistenz, vor allem bei Mais und Baumwolle zu finden, nahm wesentlich zu: im Jahr 2004 wurden Nutzpflanzen mit dieser Kombination auf 6,8 Millionen Hektar gepflanzt, gegenüber 5,8 Millionen Hektar im Jahr 2003.
Download:
>> Zusammenfassung des ISAAA-Berichts Global Status of Commercialized Biotech/GM Crops 2004 (pdf-Datei, 235 KB, in Englisch)
Link:
>> ISAAA
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