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25. November 2002, 16h 25
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Die Auswirkungen von gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln auf den Menschen sind noch immer nicht geklärt. Gentechnisch veränderte Nahrungsmittel könnten zu einem verstärkten Problem für Nahrungsmittelallergiker werden.
Eine Nahrungsmittelallergie ist eine Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Nahrungsbestandteile oder deren Abbauprodukte. Im Prinzip kann jedes Lebensmittel Allergien auslösen, die Mehrzahl wird allerdings verursacht durch Kuhmilch, Nüsse, Hülsenfrüchte, Getreide, Eier und Meeresfrüchte. Die Quellen sind den Betroffenen in der Regel aus Erfahrung bekannt. Die eigentlichen Auslöser sind Eiweissstoffe (=Proteine), die nach bisherigen Erkenntnissen häufig folgende Eigenschaften aufweisen: sie besitzen eine bestimmte Größe (10-70 Kilodalton), sind stark glykosyliert (d.h. mit Zuckermolekülen versehen), sie sind sehr stabil, d.h. überstehen Kochen und saures Milieu, und sie treten in den Geweben bzw. den Pflanzenorganen, die aufgenommen werden, in größeren Mengen auf. Diese Erkenntnisse bedeuten allerdings nicht, dass es eine etablierte Methode gäbe, mit der sich das allergene Potenzial eines Proteins vorhersagen ließe.
Bei der Herstellung gentechnisch veränderter Pflanzen kann nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden, dass Proteine mit allergenem Potenzial gebildet werden. Durch gentechnische Veränderungen vermittelte Eigenschaften beruhen zumeist auf der Produktion „neuer“ Proteine. Wird ein derartiges Protein in Teilen oder Organen der Pflanze erzeugt, die als Grundlage für Nahrungsmittel dienen, könnte hieraus ein Risiko für Menschen mit einer Allergie gegen dieses Protein entstehen.
Jemand, der auf ein Protein in einem bestimmten Nahrungsmittel allergisch reagiert, kann auf den Konsum dieses Nahrungsmittels verzichten. Wird das Gen für das betreffende Protein in andere Nutzpflanzenarten wie etwa Sojabohnen transferiert und hier das Protein in größeren Mengen produziert, ergibt sich jedoch ein offensichtliches Problem.
Ein hinreichend bekanntes Beispiel ist die gentechnische Übertragung von Paranuss-Genen auf die Sojabohne. Mittels dieser Genmanipulation sollte der Nährwert der eiweißreichen Sojabohne verbessert werden. Die Sojabohne ist ein wertvolles Lebensmittel, ihr fehlen aber die Aminosäuren Methionin und Zystein. Um den "Mangel" zu beheben, wurde der Sojabohne ein Gen der Paranuss implantiert, das für die Herstellung des methionin- und zysteinreichen Proteins 2S-Albumin verantwortlich ist. Dadurch konnte in der Tat der Methionin-Gehalt in den Sojabohnen signifikant erhöht werden.
Die Forscher entdeckten allerdings, dass Versuchspersonen mit einer Paranuss-Allergie auf die Sojabohnen ebenfalls stark allergisch reagierten. Auch mit Hilfe von Bluttests wurden das allergene Potential der genmanipulierten Pflanze bestätigt. Die gentechnisch veränderten Soja-Bohnen gelangten in der Folge nicht in den Handel. Dieses Beispiel dient dennoch in vielen Diskussionen als Argument gegen die Verwendung gentechnisch veränderter Pflanzen zur Erzeugung von Nahrungsmitteln.
Mehr Info:
>> Allergieauslösende Gen-Übertragung von Paranuss auf Sojabohne
>> Allergie-Risiken
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