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8. Juli 2002, 18h 14
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Mitte der 90er Jahre machten gentechnisch veränderte Sojabohnen Schlagzeilen, die Gene aus Paranüssen erhalten hatten: Dieser Fall wird häufig als Beispiel für das Allergie-Problem bei gentechnisch veränderten Pflanzen herangezogen. Dieses Beispiel hat auch den Eindruck hinterlassen, dass das Allergieproblem von Seiten der Wissenschaft bzw. Industrie unterschätzt wurde. Dieser Eindruck ist jedoch falsch, denn Untersuchungen zum allergenen Potenzial fremder Proteine in transgenen Pflanzen wurden von Beginn an durchgeführt. Auch im Fall der Paranuss-Sojabohnen fand eine Begleitforschung zu dieser Problematik statt.
Firmen, die gentechnisch veränderte Pflanzen herstellen und entsprechendes Saatgut verkaufen, müssen detaillierte Studien zu deren allergenem Potential vorlegen. Folgende Kriterien bzw. Eigenschaften werden hier vor allem geprüft:
a) Ist die Pflanze, von der das auf eine andere Pflanze übertragene Gen stammt, als Allergen-Quelle bekannt?
Im Fall der Paranuss-Soja war dies leicht zu beantworten und Untersuchungen konnten gezielt an Paranuss-Allergikern durchgeführt werden. Schwieriger ist dies in Fällen, bei denen die Fremdproteine aus Quellen stammen, die nicht als Nahrungsmittel genutzt werden. Hierzu gehören etwa Genprodukte aus Bakterien wie die Bt-Toxine aus dem Bodenbacterium Bacillus thuringiensis. Fälle von Allergien sind daher bislang nicht bekannt.
b) Inwieweit ähnelt das fremde Protein bereits bekannten Allergenen?
Aus Vergleichen der Aminosäure-Sequenzen lassen sich bereits Erkenntnisse gewinnen. Allerdings deutete z.B. die Sequenz des Paranuss-Albumins nicht auf allergene Eigenschaften hin.
c) Welche physikalisch-(bio)chemischen Eigenschaften besitzt das Protein?
Bestimmte, allergieauslösende Eigenschaften von Proteinen sind etwa Temperatur- und Säurestabilität, Konzentration sowie das Glykosylierungsmuster (d.h. in welcher Form und in welchem Ausmaß sie mit Zuckermolekülen versehen sind). Die Überlebensdauer im Magensaft kann ebenfalls eine Rolle spielen. Bekannte Allergene bleiben im Magensaft relativ lange erhalten, während Proteine, die bislang nie als Allergen in Erscheinung traten, nur wenige Sekunden unter diesen Bedingungen überlebten.
Diese Informationen können jedoch immer nur einen Hinweis auf ein mögliches Allergiepotenzial liefern, eine präzise Voraussage lässt sich nicht machen. Es kann darüber hinaus nicht völlig ausgeschlossen werden, dass ein bekanntes Protein in einer gentechnisch veränderten Pflanze, vor einem genetisch und physiologisch fremden Hintergrund, ein ganz anderes Verhalten zeigt. Ausserdem können durch die gentechnische Veränderung völlig neue Proteine entstehen oder ein bis dahin nur in geringen Mengen vorkommendes Protein in seiner Konzentration ansteigen – zwei eher seltene, aber durchaus nicht völlig auszuschließende Ereignisse.
Info:
>> Allergieauslösende Gen-Übertragung von Paranuss auf Sojabohne
>> Gesundheitliche Risiken
Quelle:
>> www.transgen.de
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