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Der Fall „StarLink“

8. Juli 2002, 17h 59

Neben der Sojabohne mit Paranuss-Genen hat auch das Beispiel „StarLink“ zu einer erhöhten Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit gegenüber der Allergie-Problematik geführt. Es handelte sich dabei um die weltweit erste Rückrufaktion im Zusammenhang mit gentechnischen Anwendungen bei Lebensmitteln.

Auslöser der Rückrufaktion war StarLink Corn, ein gentechnisch veränderter Mais des deutsch-französischen Konzerns Aventis. Er besitzt infolge eines aus Bodenbakterien (Bacillus thuringiensis, Bt) isolierten und auf den Mais übertragenen Genes eine Resistenz gegen bestimmte Schadinsekten. Im Gegensatz zu ähnlichen transgenen Bt-Maissorten, die seit langem vor allem in USA großflächig angebaut werden, wird bei StarLink die Resistenz über die Wirkstoff-Variante Cry9C vermittelt. Dieses Protein unterscheidet sich von dem bisher üblichen Bt-Wirkstoff auch dadurch, dass es im menschlichen Verdauungstrakt nicht nach wenigen Sekunden zerfällt, sondern länger stabil bleibt. Diese hohe Stabilität deutet auf ein allergenes Potential hin.

Die Environmental Protection Agency (EPA) erlaubte 1998 den Anbau von Starlink nur zur Verwendung als Futtermittel. Im September 2000 wurde mittels PCR-Analysen festgestellt, dass StarLink-Mais offensichtlich doch den Weg in die menschliche Nahrungskette gefunden hatte. In sogenannten Taco-Shells (mexikanische Fladenbrote) der Firma Kraft ließen sich spezifische Sequenzen nachweisen, deren Existenz auf der Verwendung von StarLink bei der Herstellung dieses Nahrungsmittels beruhen musste. Kraft nahm daraufhin 2,5 Millionen Packungen Taco Shells vom Markt. Gleichzeitig wurde der Verkauf von StarLink Saatgut verboten und eine Rückkaufsaktion, deren Kosten Aventis Crop Science übernahm, des gesamten StarLink-Saatgutes gestartet. Weitere Analysen ergaben, dass StarLink-DNA in bereits 300 verschiedenen Maisprodukten enthalten war, die ebenfalls vom Markt genommen wurden.

Da die USA große Mengen an Mais exportiert, wurden auch in anderen Ländern PCR-Analysen an Saatgut und Nahrungsmitteln durchgeführt. Fündig wurde man in Japan, jedoch nicht in Europa. Es muss allerdings auch erwähnt werden, dass bislang kein Fall bekannt wurde, in dem Cry9c eine Allergie ausgelöst hätte.

Info:
>> Gesundheitliche Risiken

Quelle:
>> www.transgen.de

Allergie-Risiko

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