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15. März 2002, 12h 21
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Der Wirbel begann am 29. November 2001, als Ignacio Chapela und David Quist, Forscher an der Universität von Kalifornien in Berkeley, die Ergebnisse ihrer genetischen Untersuchungen an mexikanischem Wildmais im internationalen Wissenschaftsmagazin „Nature“ veröffentlichten. Demnach fanden sie in lokalen Wildmais-Formen aus dem Hochland von Oaxaca in der mexikanischen Provinz Chiapas Gene von illegal angebautem Gen-Mais. Der Befund erregte schnell großes Aufsehen, da dieses Gebiet und Teile des angrenzenden Guatemala als eines der sieben Zentren der genetischen Diversität gelten, in denen sich die Genreserven für die wichtigsten Nutzpflanzen der Erde befinden. Laut den Studienautoren hätte damit der Genfluß von gentechnisch manipuliertem Mais auf die Wildformen globale Auswirkungen.
Schnell formierten sich Befürworter und Gegner der Studie. Kritiker warfen den Autoren methodische Mängel vor und verlangten zusätzliche Untersuchungen. In Briefen an „Nature“ äußerten vier Forschergruppen harsche Kritik an der Studie. Untersuchungen, die am Internationalen Forschungszentrum für Mais- und Weizenzüchtung (CIMMYT) in Mexiko durchgeführt wurden, ließen weitere Zweifel am Ergebnis aufkommen. Das CIMMYT konnte im Rahmen einer vom Zentrum durchgeführten Untersuchung weder in älteren Samenbankproben noch in aktuell gesammelten mexikanischen Proben Spuren einer transgenen Verunreinigung finden. Das Forschungszentrum besitzt eine enorme Sammlung von Saatgutproben verschiedener Maisvarianten, die weltweit zu Forschungszwecken verwendet werden.
Dagegen unterstützt nun ein Bündnis von 144 Umweltgruppen aus 40 Ländern die Autoren. Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace forderten die mexikanische Regierung zu einem sofortigen Importstopp für Gen-Mais aus den USA auf (Gen-Mais darf zwar nach Mexiko importiert, jedoch nicht angebaut werden).
Ungeachtet aller Kontroversen stimmen jedoch auch die Kritiker mit den Studienautoren in einem Punkt überein: transgener Mais könnte sehr wohl bereits in Mexiko wachsen. Vorläufige, noch zu überprüfende Ergebnisse von Forschern der Nationalen Autonomen Universität Mexiko und des mexikanischen Forschungszentrums CINVESTAV deuten darauf hin. Und selbst der Generaldirektor von CIMMYT, Timothy Reeves, hält es angesichts der großen Menge an Gen-Mais in den benachbarten USA für sehr wahrscheinlich, dass Genmais in Mexiko zu finden sein wird.
Literatur :
Quist, D. & Chapela, I. H. 2001. Transgenic DNA introgressed into traditional maize landraces in Oaxaca Mexiko. Nature 414: 541-543
Hodgson, J. 2002. Doubts over Mexican corn analysis. Nature Biotechnology 20: 3-4.
Mann, C.C. 2002. Has GM Corn “invaded” Mexico? Science, 295: 1617-1619.
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