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Mexiko bestätigt Verunreinigung mit Genmais

29. April 2002, 13h 29

Eine im Auftrag der mexikanischen Regierung durchgeführte Studie hat ergeben, dass für etwa 95 Prozent der Maisfelder in den mexikanischen Provinzen Oaxaca und Pueblo Anzeichen einer Verunreinigung mit gentechnisch veränderten Maissorten gefunden wurden.

Diese am 18. April auf der Biodiversitäts-Konferenz in Den Haag bekanntgegebene Nachricht stellt die letzte Wendung in der Auseinandersetzung darüber dar, ob Mais-Wildsorten in Mexiko durch gentechnisch veränderte Maissorten verunreinigt sind oder nicht. Um diese Frage hatte sich eine hitzige politische und wissenschaftliche Debatte entwickelt, da Mexiko die Heimat des Kulturmaises ist und die genetischen Reserven für diese weltweit bedeutende Nutzpflanze enthält.

Der Streit begann im November 2001 mit der Veröffentlichung einer Studie von David Quist und Ignacio Chapela in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Nature“. Die beiden Wissenschafter von der University of California hatten bei ihren Untersuchungen Gene von gentechnisch verändertem Mais in mexikanischen Mais-Wildsorten gefunden. Ihre Ergebnisse wurden in der Folge von Umweltschutzorganisationen und Gentech-Kritikern aufgegriffen und als Argument gegen den Einsatz von Gentech-Pflanzen in der Landwirtschaft verwendet.

Andere Wissenschafter äußerten jedoch massive Kritik an der wissenschaftlichen Gültigkeit der Studie und an deren Ergebnissen. Diese Einwände veranlaßten Nature, in einem Editorial die ursprüngliche Unterstützung für die Studie zurückzuziehen. Die neuen Nachweise aus Mexiko jedoch unterstützen die beiden Studienautoren und sind Wasser auf die Mühlen der Gentechnik-Kritiker.

Laut Exequiel Ezcurra, Präsident des Nationalen Ökologie-Institutes am Mexikanischen Umweltministerium, wurden im Durchschnitt bei etwa acht Prozent der untersuchten Maispflanzen Anzeichen einer gentechnischen Verunreinigung gefunden, in einzelnen Fällen sogar bei mehr als 10 Prozent. Die größten Verunreinigungen fand man in der Nähe größerer Straßen, entlang denen Mais an die Dorfbewohner verkauft wird.

Gen-Mais darf zwar nach Mexiko importiert, aber nicht angebaut werden. Landwirte könnten jedoch Import-Mais aus den USA angebaut haben, ohne zu wissen, dass es sich dabei möglicherweise um gentechnisch veränderten Mais handelte.


Quelle:
>> The Guardian

Links:
>> Forscher streiten über Bedrohung der globalen Genreserven für Mais

>> www.checkbiotech.org: “Journal Editors Disavow Article on Biotech Corn”

Der Fall Mais

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