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18. Juni 2002, 12h 58
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Gentechnisch veränderte Organismen werden zunehmend als "lebendige Bio-Reaktoren" zur Produktion von Medikamenten und industriellen Rohstoffen verwendet. Deutsche Wissenschafter haben nun genetisch manipulierte Karotten entwickelt, die einen Impfstoff gegen Hepatitis B produzieren.
Weltweit sind im Moment etwa 350 Millionen Menschen mit dem Hepatitis-Virus inifiziert, der schwere Leberschäden hervorrufen und letztlich zum Tod führen kann. Nach Schätzungen von Spezialisten sterben pro Jahr etwa eine Million Menschen an dieser Krankheit. Es existiert zwar ein Impfstoff gegen Hepatitits B, dieser ist jedoch teuer und muss über drei Teilimpfungen verabreicht werden. Besonders in den Entwicklungsländern ist die Impfung damit zu teuer für eine flächendeckende Anwendung. Forscher der Universität Giessen wollen die Kosten und den Aufwand zur Bekämpfung dieser Krankheit mittels gentechnischer veränderter Karotten dramatisch senken.
Zu diesem Zweck pflanzten sie Karotten ein Gen zur Produktion des im Hepatitis-Impfstoffs enthaltenen Anti-Gens ein und vermehrten dann die gentechnisch veränderten Karotten. Laut eigenen Angaben sind sie nun in der Lage, innerhalb von zwei Wochen etwa 100.000 Setzlinge zu produzieren, welche über drei Monate zu essfertigen Karotten heranwachsen. Karotten eignen sich im Vergleich zu anderen Gentech-Pflanzen wie Kartoffeln oder Tomaten besonders gut zur Produktion von Medikamenten, da sie unter vielen verschiedenen Klima- und Bodenbedingungen angebaut werden können. Die Gen-Karotten könnten also dort angebaut werden, wo der Impfstoff benötigt wird. Ausserdem können sie roh verzehrt werden, so dass der Impfstoff nicht durch Kochen zerstört wird.
Die Wissenschafter der Universität Giessen schätzen, dass die Gen-Karotten innerhalb der nächsten drei Jahre zur Verfügung stehen werden. Zahlreiche offene Fragen müssen allerdings vorher geklärt werden, speziell durch umfangreiche klinische Untersuchungen an Tieren und Menschen. Und selbst im Falle einer erfolgreichen Zulassung muss der Anbau der Gen-Karotten mit dementsprechenden Vorsichtsmaßnahmen stattfinden, wie die Forscher selbst betonen.
Quelle:
>> www.reutershealth.com"
Info:
>> Transgene Pflanzen für die Industrie
>> Medikamente aus Hühnereiern
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